• marie

Ein Hochzeitsvideo mit Oma und Pharrell Williams

Viele Brautpaare wünschen sich von ihren engsten Freunden und der Familie nichts sehnlicher, als dass keine peinlichen Spiele und Aufführungen an der Hochzeit geplant werden. Teilweise, weil diese Spiele meistens nur für das Brautpaar und ein kleiner Kreis von Verbündeten witzig ist (und der Rest der Hochzeitsgesellschaft müde lächelt) und oftmals, weil das Brautpaar nicht noch mehr im Mittelpunkt stehen möchte als es eh schon tut und diese Spiele mehr peinlich als lustig findet.


Was kann man als Trauzeugen, Freunde oder Familie trotzdem planen, was für alle Gäste amüsant und kurzweilig ist und außerdem dem Brautpaar eine Freude bereitet?


Für die Hochzeit einer guten Freundin von mir haben wir uns genau diese Frage gestellt. Wir wollten etwas finden, dass auch als Hochzeitsgeschenk fungieren kann, dem Brautpaar lange in Erinnerung bleibt und den Großteil der Gäste miteinbezieht. Dabei kamen wir auf die Idee ein Video auf die Beine zu stellen. Der erste Gedanke war, dass alle Gäste eine Botschaft aufnehmen, mit ihren Wünschen an die frischen Eheleute, bestenfalls aufgenommen in ihrem Urlaub damit man daraus eine kleine Weltreise machen kann (der Urlaubsgedanke funktioniert nur, wenn ihr genug Vorlauf habt und Urlaubs- bzw. Reisezeit in euren Organisationszeitraum fallen:)).


Beim Brainstormen für das Hochzeitsvideo ist mir eingefallen, dass wir in meiner alten Firma einen Videowettbewerb hatten, bei dem jede Abteilung involviert werden musste. Es ging darum, das Musikvideo von „Happy“ von Pharrell Williams nachzustellen, indem ganz verschiedene Menschen immer wieder eine kleine Szene des Videos „betanzen“ und „besingen“. Das Lied läuft durch und es sind immer andere Leute zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=y6Sxv-sUYtM


Warum sollte das Konzept nicht auch als Hochzeitsvideo funktionieren?


Hier sind meine wichtigsten Tipps für das Hochzeitsvideo:


  1. Findet ein Lied, das den meisten bekannt und für kleines Geld, beispielsweise bei Apple, in guter Qualität zu kaufen ist – wir haben uns für „Mamma Mia“ von ABBA entschieden.

  2. Plant genug Zeit ein! Bis ihr alle Videos von allen Gästen erhalten habt, werdet ihr wahrscheinlich 3-4 Reminder schicken müssen und ihr braucht genügend Zeit zum Schneiden des Videos

  3. Könnt ihr das Video selbst schneiden oder braucht ihr Hilfe? Ich bin sicher, dass sich jemand bei euch im Freundeskreis mit iMovie oder Windows Movie Maker / Microsoft Photos auskennt

  4. Das Lied in Abschnitte zu teilen, sodass jeder Abschnitt einem Hochzeitsgast bzw. einer Gruppe von Gästen zugewiesen werden kann (Achtet hierbei auf potenzielle Leerläufe beim Intro und Outro, die schwer zu „betanzen“ sind)

  5. Bei der Einteilung der Abschnitte werdet ihr merken, dass es viiiiel zu wenig Abschnitte für die Menge an Hochzeitsgästen gibt (wir hatten hier etwa 80 Personen und mussten die Hochzeitsgäste in viele einzelne Gruppen einteilen, manchmal bis zu 6 Leute)

  6. Wenn die Gäste zusammen aufnehmen sollen, stellt sicher, dass es entweder Paare sind oder Freunde, die in der Nähe wohnen und sich sowieso sehen. Einzelgäste und Personen, die vielleicht niemanden in der Hochzeitsgesellschaft kennen, haben wir einzeln eingeteilt.

  7. Gibt den Beteiligten ein klares Briefing, was von ihnen erwartet wird, bis wann sie das Video aufnehmen und einsenden müssen, ob sie hochkant oder quer filmen sollten und an welche Emailadresse sie das fertige Werk schicken sollen (evtl. auch den Tipp geben, dass sie über WeTransfer schicken sollen wenn die Datei zu groß ist)

  8. Plant Lückenfüller ein! Es kann immer sein, dass ein „eingeteilter Abschnitt“ wegfällt, weil die Gäste keine Zeit oder andere Gründe haben, das Video nicht einzuschicken und dann fehlt euch eine Sequenz mitten im Video. Wir haben für unseren eigenen Part einfach etwas mehr aufgenommen und so Lückenfüller vorproduziert, die wir nachher in das Video schneiden konnten.

  9. Sprecht mit der Braut oder dem Bräutigam, um herauszufinden, wann ihr das Video an dem Tag gut abspielen könnt (natürlich ohne etwas zu verraten). Wir haben uns dafür entschieden, es nach der Hauptspeise und vor dem Dessert zu machen. Das Dessert war als Buffet geplant und da nicht alle Gäste unbedingt Nachtisch möchten, die Hälfte schon an der Bar steht und die andere in den Startlöchern zum Tanzen, wäre es nach dem Nachtisch unmöglich gewesen, alle nochmal an ihren Tisch zu bekommen.

  10. Klärt mit DJ und Hochzeitslocation ab, was ihr zum Abspielen des Videos benötigt. Ist ein Beamer da? Braut ihr einen Adapter? Reicht ein USB Stick, den ihr dem DJ gebt? Was ist mit einem Mikrofon, um das Ganze anzumoderieren?

Ich kann euch sagen, das Ergebnis ist super geworden. Die Freude des Brautpaares war so groß, aber noch besser hat mir gefallen, dass sich die Mehrheit der Gäste in dem Video wiederfinden konnte, von Freunden zu Nachbarn zu Oma & Opa. Dadurch, dass wir das Ganze mit viel Vorlauf geplant haben, konnten sich viele nicht mehr richtig an ihr Video erinnern und waren so auch nochmal doppelt überrascht. Ich würde das Video so gerne verlinken, damit ihr es euch als Inspiration anschauen könnt, aber dank der strikten gesetzlichen Vorgaben würde ich damit Persönlichkeitsrechte verletzen :) Die Imagination muss also ausreichen!


Damit sich das Hochzeitspaar das Video in der Zukunft (ohne hohem Adrenalinpegel wie am Hochzeitstag) nochmal anschauen kann, haben wir den beiden das Video auf einen USB Stick gezogen und als Hochzeitsgeschenk überreicht. Als kleines Goodie gab es noch ein Outtakes-Video obendrauf, das nicht an der Hochzeit gezeigt wurde.


Ich finde, die Arbeit und Mühe, die wir dort reingesteckt haben, ist kein Geld oder materielles Geschenk der Welt wert und wird allen Gästen und natürlich Braut und Bräutigam lange in Erinnerung bleiben.


Ich hoffe, ich konnte euch zu einem kreativen Hochzeitsgeschenk überzeugen und wünsche euch viel Spaß beim Brainstormen und Dreh!


Marie

90 Ansichten